Die Heilige Messe – Je näher wir diesem Verständnis kommen, um so mehr wird das Licht aufgehen für die unermessliche Liebe

Die Heilige Messe aus dem Gebetbuch (Männer im Gebet) meines Grossvaters. Kein Menschengeist mag das grosse Geheimnis der heiligen Messe zu ergründen. Und doch sollen und wollen wir dem Verständnis so nahe als möglich kommen. Dazu vor allem hat uns Gott die Gaben des Geistes gegeben. Und je näher wir diesem Verständnis kommen, um so mehr wird uns das Licht aufgehen für die unermessliche Liebe, die uns Gott durch dieses heilige Opfer erweist.

Zu einer guten heiligen Messe braucht es vor allem zwei Dinge:

  • Wir müssen uns bewusst sein, dass das, was auf dem Altar geschieht, wesentlich das gleiche ist, das aus dem Kalvarienberg geschehen ist: Jesus Christus gibt sein Leben für uns hin. Je deutlicher wir uns das vergegenwärtigen, um so besser wird für uns die Messe sein.
  • Und weiter ist nötig, dass wir uns selbst ganz und gar in dieses Opfer einschliessen. Es soll eine vollkommene Hingabe von allem sein, was wir sind und haben. Dann erst wird das Opfer Jesu an uns in seiner ganzen Fülle wirksam.

Die beste Art, der heiligen Messe beizuwhohnen, ist das Mitbeten mit dem Priester aus dem Messbuch der Kirche. Hier wollen wir uns in Gebet und Betrachtung in die Grundgedanken dieses hochheiligen Opfers vertiefen.

Erst in der heiligen Messe erreicht der Mensch den Höhepunkt seiner christlichen Würde auf Erden. Grösser ist er nie als vor dem Altare. Sage mir, wie du zur Messe stehst, und ich werde dir sagen, was du bist. (Pfarrer Mäder)

 

Während der Messe stell dir das Leiden unseres Herrn vor. Dies sollst du überdenken mit herzlichem Mitgefühl und ihm danken, dass er um deinetwillen und um unserer Sünden willen Mensch werden, leben und den schändlich-bitteren Tod sterben wollte. Und damit sollst du dich selbst opfern und all deine Not und alles, was zum Nutzen der Christenheit gehört, wie Christus es tat, da er starb.

Wir beginnen die heilige Messe mit einem

Vorbereitungsgebet zur Heiligen Messe

Mein Herr und Gott! Lass mich jetzt mit guter Andacht dieser heiligen Messe beiwohnen. Ich schliesse mich den Gebeten des Priesters an, der in unserem Namen dir dieses Opfer darbringt. Ich schliesse mich ein in das Opfer deines göttlichen Sohnes, der sich für uns alle unblutig dir hingibt, zum Lob und Dank, zur Bitte und Sühne.

Ich will dir mit dieser heiligen Messe für alle deine Güte danken, so gut ich es vermag. Lass mich meine Sünden aufrichtig bereuen, damit sie durch dieses heilige Opfer getilgt werden. Wende die Strafen ab, die ich gerechterweise verdient habe.

Nimm sie auch von den Armen Seelen, für die ich besonders beten möchte. Endlich will ich in dieses Messopfer alle Anliegen der ganzen Christenheit einschliessen, dass dein Wort hinausgehe in die ganze Welt, die Irrenden belehren, die Völker versöhne und alle Menschen einige in dir, der du der Vater aller Menschen bist. Amen.

Der Priester beginnt die heilige Messe an den Stufen des Altares. Dieses Staffelgebet hat als Mittelpunkt das Sündenbekenntnis und die Bitte um Vergebung, damit Priester und Volk die heilige Messe reinen Herzens feiern können.

Staffelgebet

König aller Könige, Herr Himmels und der Erde! Aus deiner Hand ist die ganze Welt mit einem Wort hervorgegangen. Ich bin nicht würdig, zu dir zu kommen, oder nur deinen heiligen Namen zu nennen. So klein bin ich vor dir. So rufe ich deine grosse Barmherzigkeit an: Sieh mich an und sei barmherzig zu mir! Du bist dem rechten Schächer am Kreuz und Maria Magdalena so gut gewesen.

Ich gestehe alle meine Sünden offen ein. In Stolz, Trägheit, Zorn und Unreinheit habe ich gefehlt. Lass mich darum teilnehmen an den grossen reinigenden Gnaden dieser heiligen Messe und an allen guten Werken welche getan werden. Du bist vom Himmel zu uns Sündern herabgestiegen; dich rufe ich an. Heile mich Kranken, erwecke mich Toten, denn von deiner Hand bin ich ja geschaffen.

Du kannst mehr verzeihen, als ich zu bitten vermag, mehr geben, als ich begehren kann. Hilf mir zu einem guten Ende und zu einer wahren Reue. Amen.

In heiliger Ehrfurcht geht der Priester an den Altar hinauf und küsst das Grab der heiligen Gebeine. Im Eingangslied wird das Festgeheimnis des Tages gesungen und vom Priester gebetet. In Erinnerung an den feierlichen Einzug betet der Priester dann den Anfang einer Litanei mit dem uralten Kyrie eleison: Herr, erbarme sich unser. Dann erhebt er die Stimme zum grossen Lobgesang, zum

Gloria

Wie herrlich bist du, grosser Gott! Aus unwürdigem Munde lobe und preise ich dich; du bist so gut, so heilig und barmherzig. Ich knie vor dir und bete dich an: Du bist mein Herr und Gott! In deiner Hand liegt die ganze Welt und unser aller Leben. Ich danke dir dafür! Du zeigst uns deine unermessliche Barmherzigkeit, gibst und deinen lieben Sohn zum Opfer; Erbarme dich unser. Vor dir beuge ich mich, dass du meine Bitte gnädig erhören wollest. Du allein sollst mein Herr sein! Dir sei Lob und Ruhm vor aller Welt! Amen.

Aus dem Messbuch verrichtet der Priester jetzt mit erhobenen Händen das Kirchengebet. Es fasst alle Gebete der Gläubigen zusammen. In kurzer Form werden alle unsere Anliegen eingeschlossen.

Kirchengebet

Du, mein Gott, lehre mich, wie ich bitten soll. Lass mich um das bitten, was dir am liebsten ist. Mein Herz möchte dich suchen, wo immer es dich finden kann. Nimm von mir, was mich von dir trennt: nimm mich zu dir, damit ich deinen Willen tue in Freuden und Kreuz. Amen.

In der Epistel liesst der Priester einen Abschnitt aus dem Briefen der Apostel oder aus dem Alten Bund. Es sind ausgewählte Lehren, welche seine heiligen Boten aus der reichen Fülle der göttlichen Weisheit niedergeschrieben haben.

Epistel

Deine Boten, göttlicher Meister, sind in alle Welt hinausgegangen, die frohe Botschaft zu verkünden und sie alles zu lehren, was du ihnen aufgetragen hast. Welch reicher Strom ist da in die Welt hinausgeflossen!

Der Wille Gottes wurde allen kundgemacht, und wer guten Willens war, durfte deinen Frieden erlangen.

Und als die Welt sich gegen deine Heiligen erhob, und als ihr Blut für dich in Strömen floss, da geschah das Wunderbare: Dieses Blut wurde der Same, aus dem immer herrlicher dein Reich erstand. Herr, öffne unsere Ohren diesen göttlichen Lehren! Lass uns deine Stimme durch den Mund deiner Geweihten vernehmen.

Lass uns das Leid tragen, das jeder erwartet, der dir nachfolgen will. Im Leiden für dich wollen wir mitbauen an deinem heiligen Reich auf Erden. So werde alles erneuert in dir, göttlicher Meister. Sende uns allen deinen Heiligen Geist der Weisheit! Amen.

Der Messdiener hat das Buch auf die Evangelienseite getragen. Das Evangelium berichtet uns ein Ereignis aus dem Leben Jesu Christi. Wir stehen auf und bezeichnen uns mit dem dreifachen Kreuz, damit Gedanken, Worte und Werke gesegnet werden durch das Wort Gottes.

Evangelium

O Herr, jedes Wort aus deinem Munde ist kostbar, wertvoller als alles Gold. Und jede deiner Taten wiegt mehr als alle guten Werke der Menschen. Es ist ein göttliches Wort und eine göttliche Tat.

Du hast eine wahrhaft frohe Botschaft gelehrt, göttlicher Meister. Wer einmal anfing, sich in sie zu vertiefen, der kommt davon nicht mehr los. Denn in deinem Wort ist alles Glück und aller Friede. Senke dein Gotteswort in unser Herz wie ein lebendiges Samenkorn. Es soll aufgeben in gutem Erdreich wie ein lebensstarker Baum.

Und vielfältige Frucht soll dieser Baum tragen für jeden von uns. In heiliger Freude will ich deine Worte aufnehmen und ihnen ein guter Gärtner sein. Und alle Welt soll wissen, dass du mich gut und glücklich machst. Amen.

Wir haben das Wort Gottes gehört. Wir glauben es und bekennen diesen Glauben durch das Kredo, indem wir mit dem Priester das Glaubensbekenntnis beten. Damit schliesst die Vormesse und leitet über zum ersten Hauptteil, zur Opferung. Brot und Wein sind die sinnreichen Opfergaben. Sie sind unsere Gabe an Gott und bedeuten, dass wir ihm alles geben wollen.

Opferung

Allmächtiger Gott! Aus deiner gütigen Hand habe ich mein Leben erhalten. Alles, was ich habe, verdanke ich dir. Und ich will dir alles wieder schenken. Ich weiss, dass dieses Opfer sehr unvollkommen und mangelhaft ist.

Du gabst mir Talente und Kräfte, stellst mir Aufgaben und schaffst mir Arbeit, damit ich mit einem wertvollen Opfer wieder vor dir erscheinen kann. Nimm das wenige Gute, das ich dir jetzt durch den Priester darbringe, gnädig an! Ich lege es zu der heiligen Hostie und zum Kelch des Priesters.

Ich selbst gebe mich dir. Wandle ich um, wie diese Hostie und dieser Wein bald in dein heiliges Fleisch und Blut verwandelt werden, dass ich nicht mehr mir gehöre, sondern ganz und gar dir. Das soll mein Lebensopfer an dich sein, Vater im Himmel. Amen.

Die Händewaschung des Priesters bedeutet die letzte Reinigung der Seele, bevor der Herr auf den Altar kommt. Grosse Freude erfüllt unser Herz, wenn wir daran denken, dass wir jetzt das Opfer Jesu Christi erleben dürfen. Diese Freude kommt zum Ausdruck in der Präfation.

Präfation

Wir bitten dich, o Herr, nimm unser armes Opfer gnädig an, das wir jetzt dargebracht haben. Es ist eine menschliche Gabe, behaftet mit so vielen menschlichen Schwächen.

Jetzt aber dürfen wir dir ein Opfer darbringen, das dein Vaterherz erfreuen wird. Es ist dein eingeborener Sohn, der zu uns kommen will, damit wir ein würdiges, vollkommenes Opfer feiern können. Er hilft uns, dir Lob und Dank darzubringen.

So vereinigen wir uns mit den seligen Geistern des Himmels zu einem herrlichen Chor, zum Lob und Preis deiner Güte und Herrlichkeit. Mit allen Geschöpfen der Erde erheben wir unsere Stimme zum Gotteslob: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Himmel und Erde sind erfüllt von deiner Herrlichkeit!

In heiliger Stille bereiten wir uns auf das grosse Geheimnis vor. Denken wir aber nicht nur an uns allein! Wir schliessen auch die Anliegen jener Menschen ein, denen wir zu besonderem Gebet verpflichtet sind. Die Stillmesse gibt uns dazu noch einige Zeit.

Stillmesse

Jesus Christus, unser Heiland! Es war dir nicht genug, dass du dich am Kreuz blutüberronnen für uns hingegeben hast. Deine Liebe fand noch grössere Wunder. Du willst auch jetzt wieder in die Welt kommen zu uns armen Sündern. Du willst das vollbringen, was kein Mensch zu ergründen vermag, ein Zeugnis deiner grossen Liebe: Du kommst selbst in dieses arme irdische Haus! Als eine Opfergabe an deinen himmlischen Vater kommst du zur Verzeihung unserer Sünden.

Bei uns ist so viel Armut und Not. Wir bringen dir die Anliegen aller sorgenden, bekümmerten und leidenden Menschen vor. Alle Väter, Mütter und Kinder, aller Kranken und Sterbenden, die Sorgen deiner heiligen Kirche, ihre Bischöfe und Priester, die grossen Anliegen des Heiligen Vaters.

Auch jetzt empfehlen wir die besonders, denen das Wohl und Wehe unserer Heimat anvertraut ist, und jene, welche auf der ganzen Welt die schwere Last der Regierung auf ihren Schultern tragen. Schau auf diese alle in grosser Barmherzigkeit, und hilf uns und ihnen tragen, opfern, leiden und sorgen. Für dich sollen sie es tun und mit dir, unschuldiges Opferlamm. Amen.

Das unfassbare Wunder geschieht; Der Herr kommt zu uns. Der Priester vollbringt sein heiliges Amt, seine Worte bringen uns den Herrn in der heiligen Wandlung. In Ehrfurcht beten wir ihn an:

Wandlung

Wir grüssen dich, wahrer Leib Jesu Christi, geboren aus der Jungfrau Maria, am Kreuz geopfert für uns alle. Wahrer Gott und Mensch, erbarme dich unser!

Wir grüssen dich, heiliges Blut Christi, für uns vergossen zur Vergebung der Sünden. Wasche uns rein von den Sünden und heile unsere kranke Seele! Wahrer Gott und Mensch, erbarme dich unser!

Güter Vater im Himmel! Nun schaust du mit Freude auf diesen Altar. Hier ist der Leib und Freude auf diesem Altar. Hier ist der Leib und und das Blut deines viel geliebten Sohnes, ein unbeflecktes, reines, heiliges und vollkommenes Opfer. Nimm mit diesem Opfer unseren Dank für alle Güte, die wir unser Leben lang von dir erfahren haben. Möge es uns doch erlösen von allem Übel!

Wir schliessen in dieses Opfer auch unsere Bitten ein für jene, welche uns im Tode vorausgegangen sind, aber jetzt noch büssen am Orte der Reinigung. Gib allen Armen Seelen die ewige Ruhe! Besonders meinen lieben Verwandten und Freunden, denen, die mir Gutes getan haben und denen ich zu vielen Dank verpflichtet bin.

Jesus Christus will nicht unser Opfer sein, sondern auch die wunderbare Speise unserer Seele. Mit dem Priester bereiten wir uns vor auf sein Kommen. Wenigstens geistiger weise möge er kommen, wenn wir nicht die Freude haben, ihn wirklich in uns aufzunehmen. So machen wir mit dem Priester eine kurze Vorbereitung auf die Kommunion. Zuerst beten wir andächtig das Gebet des Herrn: Vater unser. Dann bekennen wir den Glauben an das Geheimnis der heiligen Kommunion.

Eingeborener Sohn Gottes! Du gingst unter deinem Volk als ein Freund und Wohltäter, als Arzt der Kranken, als Gott unter den Menschen, und dennoch warst du vielen verhasst und von vielen verworfen. Nur wenige glaubten an dich, andere lästerten dich. Schimpflich und schmerzlich sterben solltest du für die Sünden der Menschen.

Freiwillig und grossmütig gingst du in den Tod. Und damit wir diesen Tod nicht vergessen, hast du uns ein unvergessliches Andenken hinterlassen: deinen heiligen Leib und dein heiliges Blut zur Speise unserer Seelen. Unvergesslich soll mir dein Leiden und dein Sterben sein. Deinen heiligen Leib möchte ich in mich aufnehmen, dein heiliges Blut trinken, dass dein Leben in mir wirksam wird und immer wirksam bleibt. Du starbst für mich; belebe mich, dass ich dir lebe. Amen.

Der Priester geniesst den heiligen Leib und das heilige Blut Christi. Im Geiste nehmen wir den Herrn in unsere Seele auf und beten.

Zur Kommunion

O Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach; aber sprich mir ein Wort, so wird meine Seele gesund. Der Leib unseres Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen.

Jesus Christus! Was du einst gesagt hast, gilt auch mir: "Komm zu mir, die ihr mit Mühe und Last beladen seid, ich will euch erquicken!" Das ist jetzt wahrhaft die Speise, in der alle Kraft enthalten ist, jede Mühe und jede Last zu tragen. Alles Leben strömt aus dir!

Denn "wer von diesem Brote isst, wird nicht sterben". Es enthält alles was wir in diesem Leben brauchen, und zugleich ist es die Speise zum ewigen Leben, zur Auferstehung. Herr und Heiland, weil es aus deinen Händen kommt, weil du selbst der Strom meines Lebens bist, Nicht mehr lebe ich - Christus lebt in mir. Amen.

Der Priester reinigt den Kelch und betet die kurzen Schlussgebete. Vor der Entlassung werden unsere Gebete nochmals vom Priester zusammengefasst, besonders unser Dank für das heilige Messopfer und die heilige Kommunion.

Schlussgebet

Du hast uns dieses grosse Geheimnis deines Opfers erleben lassen, gütiger Gott. Wir danken dir dafür aus ganzer Seele. Mit dieser Kraft gehen wir wieder an unser Werk. Möge es in heiliger Freude getan werden, weil du bei uns bist. Verlass uns nicht, wenn wir dich vergessen sollten; lass uns nicht allein, wenn die Versuchung wieder kommt. Amen.

Am Schluss gibt uns der Priester den Segen und liest das Evangelium des heiligen Johannes.

Segen

Herr, gib uns deinen Segen! An deinem Segen ist alles gelegen. Zeichne du selbst dein heiliges Kreuz als Zeichen des Leidens und des Sieges auf unsere Stirne und in unsere Seele. Beides ist geweiht und geheiligt im Namen des Vaters, der uns erschaffen, im Namen des Sohnes, der uns erlöst, und im Namen des Heiligen Geistes, der uns geheiligt hat. Amen.

Es ist klar, dass Mitbeten der heiligen Messe gewisse Anforderungen stellt, die man möglichst gut erfüllen soll. Es ist leichter, eine "Messandacht" mitzubeten als im Missale dem Priester genau zu folgen. Und doch muss es das Bemühen sein, dieses Ziel zu erreichen. Dazu noch einige Bemerkungen:

Es ist selbstverständlich nicht damit getan, dass man alles im Messbuch findet, was der Priester in der heiligen Messe tut und betet. Das wäre nur die technische Seite der heiligen Messe. Ja, nicht einmal dann hätte man seine Pflicht erfüllt, wenn man die geschichtliche, sprachliche und inhaltliche Erklärung und die liturgische Bedeutung aller Messtexte kennt. Das alles ist noch nicht gebetet.

Aber es ist ein guter Weg dazu. Und wer die Möglichkeit hat, soll diesen Weg gehen. Er wird an der heiligen Messe eine tiefe innere Freude bekommen. Denn sie birgt so viele und so kostbare Schätze in sich, dass wir sie unser ganzes Leben lang nicht völlig ausbeuten können.

Das Bedürfnis, weiter in die einzelnen Teile und Gebete der heiligen Messe einzubringen, ergibt sich von selbst, wenn wir diese erste Messandacht aufmerksam mitbeten und uns um das kümmern, was die Kirche mit ihrer reichen Zeichensprache (Symbolik) uns sagen will.

Zu diesem Zweck haben wir hier auch eine ausführliche Messerklärung beigefügt. Am leichtesten kann man ihr beim Hochamt folgen. Das Hochamt soll ja die Sonntagsmesse sein, die man nach Möglichkeit besucht. Es ist der Pfarrgottesdienst, zu dem der Seelsorger seine Pfarrkinder zusammenruft.

Und je besser alle dem heiligen Amt folgen können, um so mehr Gewinn ziehen wir daraus für die ganze Woche. Wir verbinden dann Gebet und Arbeit in der Art, wie Gott es will. Auf diese Weise werden wir selbst die Mitopfernden bei der heiligen Messe und werden sie nicht mehr entbehren können.

Noch habe ich dir von der Sonne der Gebetsübungen nicht gesprochen; vom heiligen Messopfer. Es ist der Mittelpunkt der christlichen Religion, das Herz der Gottesverehrung, die Seele der Frömmigkeit, ein unaussprechliches Geheimnis. In diesem Abgrund göttlicher Liebe eint sich Gott in aller Wirklichkeit mit uns und teilt uns seine Gnaden aus. Das Gebet, das in Verbindung mit diesem Opfer verrichtet wird, hat eine besondere Kraft. (Franz von Sales)